Am 28. Mai traf sich das Aerospace.digital Netzwerk in Bremen – im Robotics Innovation Center des DFKI. Dort, wo sonst autonome Systeme getestet, KI‑Anwendungen entwickelt und Rover für zukünftige Missionen vorbereitet werden.
Die berühmte Mondlandschaft des DFKI gehört selbstverständlich dazu. Krater, Geröll, Steigungen – eine Testumgebung, in der Robotik unter realistischen Bedingungen erprobt wird. Das Robotics Innovation Center verfügt außerdem über ein rund acht Meter tiefes Becken, in dem ebenfalls robotische Systeme getestet werden.
Unser Netzwerktreffen fand jedoch nicht mitten im Staub statt, sondern in einem sehr schönen Konferenzraum des DFKI. Von dort aus ging es immer wieder in die Hallen: zur Mondlandschaft, zu den Robotern und zu den vielen Projekten, die dort entstehen.
Dabei wurde schnell klar, wie international diese Arbeit ist. Maschinen aus Bremen sind längst weltweit im Einsatz.
Der Vormittag gehörte dem Austausch.
In Workshops und Diskussionen ging es um Projektideen, Kooperationen und technologische Perspektiven. Besonders gut funktionierte die 3‑12‑3 Methode – ein Format, das viele Ideen in kurzer Zeit sichtbar macht.
Die Abstimmung darüber verlief übrigens nicht digital.
Stattdessen lagen kleine Haselnusschnitten auf den Tischen. Sie dienten kurzerhand als Stimmzettel.
Ungewöhnlich? Vielleicht. Effektiv? Definitiv.
Für den passenden Soundtrack sorgte eine Playlist, die thematisch kaum besser hätte passen können: die offiziellen Wake‑up Songs der Artemis‑II Mission – also genau die Musik, mit der NASA‑Astronautinnen und Astronauten im All geweckt werden.
Neben Workshops haben wir auch ein neues Format ausprobiert: PowerPoint Karaoke.
Zum ersten Mal – gemeinsam mit Tom vom DFKI.
Die Regeln sind einfach: Präsentieren ohne Vorbereitung, mit Folien, die man vorher noch nie gesehen hat.
Und was sollen wir sagen außer: well done.
Improvisation, Humor und überraschend gute Präsentationen machten diese Session zu einem der unterhaltsamsten Momente des Tages.
Unser großer Dank gilt Tom und Mehmed sowie dem gesamten Team des DFKI für die Gastfreundschaft, die Einblicke in Robotik und KI und die Führung durch das Robotics Innovation Center.
Am Nachmittag wechselte das Netzwerk den Schauplatz.
Nur wenige Minuten entfernt steht eines der markantesten Bauwerke der europäischen Raumfahrtforschung: der Bremer Fallturm des ZARM.
146 Meter hoch. Eine evakuierte Fallröhre im Inneren. Forschung unter Mikrogravitation – erzeugt nicht im Orbit, sondern durch freien Fall.
Dank einer Führung durch Dr. Meyer konnten wir einen Blick hinter Türen werfen, die normalerweise geschlossen bleiben: in die Fallkapsel, das Katapultsystem und die Steuerzentrale.
Und ganz nebenbei wurde auch die eine oder andere Gerüchteküche rund um den Fallturm sehr eindrucksvoll aufgeklärt.
Spätestens hier zeigte sich: Das Beste kommt manchmal tatsächlich zum Schluss.
Man könnte Netzwerktreffen einfacher organisieren.
Doch Räume prägen Gespräche.
Wer zwischen Mondrovern über Kooperationen spricht, denkt anders als im klassischen Konferenzraum. Und wer den Fallturm von innen gesehen hat, hat danach eine Geschichte zu erzählen.
Genau solche Geschichten sind es, die Netzwerke lebendig halten.